21 Oktober 2021

5 Fagen an Regine Geibel Architektin und Chefrdakteurin dreier Onlinemagazine

Regine Geibel

Architektin und Chefredakteurin dreier Onlinemagazine

SIE GEBEN ZWEI ARCHITEKTUR- UND EIN INTERIOR-MAGAZIN HERAUS. WELCHEN STELLENWERT NIMMT DIE BILDENDE KUNST JEWEILS EIN?

Einen sehr hohen, denn ich bin davon überzeugt, dass die Tätigkeit als Architekt*in oder Innenarchitekt*in, die vielen Restriktionen unterlegen ist, immer wieder von der speziellen Energie der Freiheit der bildenden Künste inspiriert werden sollte.

WIE KOMMEN SIE ZU DIESER ANSICHT?

Nun, in beiden Fällen geht es um Gestaltung, um den Prozess der Manifestation der eigenen Kreativität. Als Künstler ist man hier, im Idealfall, lediglich den materiellen äußeren Umständen – wie Größe und Material und ggf. monetären Beschränkungen – unterworfen. Als Architekt ordnet man seine Kreativität den funktionalen Anforderungen, den Bedürfnissen des Bauherrn, dem zur Verfügung stehenden Budget, den gesetzlichen Auflagen sowie der Umgebung unter. Um dadurch nicht auf Dauer „auszutrocknen“ ist das regelmäßige Eintauchen in die Bildende Kunst außerordentlich wichtig.

SIE HABEN BEGONNEN MALEREI ZU STUDIEREN, HABEN SICH DANN ABER FÜR DIE ARCHITEKTUR ENTSCHIEDEN UND ARBEITEN JETZT – UNTER ANDEREM – JOURNALISTISCH.

Ja, und eine Coaching- und Beraterausbildung habe ich auch… (lacht). Damals hatte ich den Eindruck zu jung zu sein, um bedeutsame Kunst zu machen und die Architektur erschien mir als sinnvolle Alternative. Das Studium ist großartig, der Beruf jedoch besagten vielfältigen Beschränkungen unterlegen. Architekturkommunikation ist, aus meiner Sicht, eine gute Sache, da die moderne Architektur ohne Erläuterung oft missverstanden wird. Ähnlich wie die zeitgenössische Kunst.

SIE HABEN BEREITS VOR KNAPP 20 JAHREN DIE PLATTFORM MÜNCHENARCHITEKTUR.COM KONZIPIERT, VOR EINEM JAHREN DANN DAS – AUF NACHHALTIGE LUXUSHOTELS FOKUSSIERTE – ONLINEMAGAZIN AN ARCHITEKTURAL LIFE UND SCHREIBEN AUCH FÜR DAS INTERIOR MAGAZIN DES MÜNCHNER LUDWIGPALAIS. WIE FLIEßT HIER JEWEILS DIE KUNST EIN?

Auf der Plattform MünchenArchitektur meist in Form von Empfehlungen zu spannenden Ausstellungen an den verschiedensten Orten in ganz Bayern. In AN ARCHITEKTURAL LIFE porträtieren wir Künstler, auch um sie den Hoteliers vorzustellen, denn in einem anspruchsvollen Hotel darf gute Kunst nicht fehlen. Und im Magazin des Ludwigpalais empfehle ich im Wesentlichen die aktuellen Ausstellungen in den umliegenden Häusern des fußläufig erreichbaren Kunstareals und der benachbarten Galerien.

 

CARTE BLANCHE AUF DER HIGHLIGHTS. WER STÜNDE AUF IHRER WUNSCHLISTE?

Der in 2019 in der Koje der Galerie Behning & Niehues angebotene frühe Christo. Ein Entwurf für die künstlerische Bearbeitung einer Pariser Ladenfassade. Hier schlägt dann wohl die Architektin durch… (lacht).