NEWS
Juni 2026

MODERNES MÄZENATENTUM

Schon seit langem gehört Martin Hoernes zu den HIGHLIGHTS-Ehrengästen. Der promovierte Kunsthistoriker ist seit 13 Jahren Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung – kurz EvSK. Schon von Berufs wegen kennt er die besondere Beziehung zwischen Kunsthandel und Museen sehr genau.

Kunstbegeistert und engagiert: Dr. Martin Hoernes. Courtesy Bayerische Staatsgemäldesammlungen/Foto:Haydar Koyupinar

HERR DR. HOERNES, 2026 WURDE ERSTMALS DER “ERNST VON SIEMENS PREIS FÜR KUNST UND HANDEL” VERLIEHEN. WOLLEN SIE DEN KULTURSTATUS DES KUNSTHANDELS STEIGERN?

Ausgezeichnet werden Händler, die tief in die Geschichte eines Werks eintauchen und dieses Wissen mit Museen teilen und zugleich mäzenatisch agieren in dem Bewusstsein, dieses Kunstwerk gehört unbedingt in dieses Museum. Hinter dem Preis steckt die Idee, dass es ohneeinander nicht geht. Die 100 000 Euro werden für eine gelungene Kooperation zwischen Handel und Museen verliehen und gehen ausschließlich an das Museum.

Mit Unterstützung der EvSK erwarb das Bayerische Nationalmuseum München den silbernen Augsburger Gläserkühler von 1701 von Munich HIGHLIGHTS-Aussteller Helga Matzke European Silver. Courtesy Ernst von Siemens Kulturstiftung

DIE ZAHL DER ANTRÄGE AUF FÖRDERUNG STEIGT. SIND SIE IN ZEITEN KNAPPER KASSE DIE RETTER RENOMMIERTER MUSEEN?

Für das Funktionieren ihrer Museen ist die öffentliche Hand selbst verantwortlich. Wir unterstützen die Wissenschaftler bei Ankäufen, Forschung, Restaurierung, wenn wir darum gebeten werden. Großzügig, schnell, unbürokratisch, wie das im Kunstmarkt oft erforderlich ist. 2025 haben wir 18 Erwerbungen mitfinanziert, z. B. von Hans Baldung Griens spätgotische Tafel „Maria als Himmelskönigin“ für die Alte Pinakothek München bis zu einer Videoarbeit von Nam June Paik von 1980 für das Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe.

DIE ZAHL DER ANTRÄGE AUF FÖRDERUNG STEIGT. SIND SIE IN ZEITEN KNAPPER KASSE DIE RETTER RENOMMIERTER MUSEEN?

Mehr als drei Megaprojekte jährlich, bei denen wir insgesamt bis zu 10 Millionen Euro zusteuern, gehen nicht. Die Tafel von Baldung Grien etwa wurde gemeinsam mit der Pesl Stiftung und dem Pinakotheks-Verein finanziert.

WAS IST FÖRDERUNGSWÜRDIG?

Wir wollen Museen zu Glanzlichtern verhelfen und keine Depotstücke finanzieren. Es geht um bedeutende, historische Kunstwerke. Das kann auch moderne Kunst sein,  aber keine Werke von lebenden Künstlern und Künstlerinnen.1

DIE ZAHL DER ANTRÄGE AUF FÖRDERUNG STEIGT. SIND SIE IN ZEITEN KNAPPER KASSE DIE RETTER RENOMMIERTER MUSEEN?

Die wunderbaren Objekte, die Händler, die Museumskuratoren – das reizt mich jedes Jahr. Die HIGHLIGHTS ist nicht nur eine Verkaufsmesse, sie ist zugleich ein großes Treffen der Kunstszene inklusive  Sammlern. In der Regel fahre ich mit 2 bis 3 neuen Anträgen nach Hause.

HIGHLIGHTS-GET TOGETHER MIT HDI ART&LIFESTYLE UND WELTKUNST

Die Gastgeber Munich HIGHLIGHTS, HDI art&lifestyle und WELTKUNST begrüßen im Bucerius Kunstforum die Gäste des Abends. Foto: Maximilian Probst

Es tut gut, Freunde und Partner zu treffen. Auch schon vor dem Messestart im Oktober. Deswegen luden Munich HIGHLIGHTS, unser Sponsor HDI, der mit seiner Kunstversicherung art&lifestyle Kunstliebhabern ein Rundum-Sorglos-Paket anbietet, und unser Medienpartner WELTKUNST zahlreiche Sammler, Kunsthändler und Museumskuratoren in das Bucerius Kunstforum in Hamburg ein. Auch WELTKUNST-Chefredakteurin Lisa Zeitz aus Berlin wollte auf keinen Fall den Rundgang durch die Ausstellung „F.C. Gundlach. You´ll never watch alone“ in der Kunsthalle des ehemaligen Zeit-Herausgebers verpassen. Für die Kunst ist der HIGHLIGHTS-Community nun mal kein Weg zu weit.2

KULTUR-TIPP // SEHNSUCHT NACH DEM SÜDEN

Anton von Werner, Blick über die Halbinsel von Sorrent, 1869, Bleistift und Tusche auf Papier, 23,5 x 36,3 cm. Courtesy Kunkel Fine Art

Über Jahrhunderte war Italien für Künstler aus dem Norden das Land, wo das Licht wärmer, aber die Schatten umso härter sind. Wo die Natur einen Zauber verbreitet, der zu neuen Bildideen inspiriert, und wo die morbiden Fassaden Venedigs den bitter-süßen Geschmack von Melancholie hinterlassen. Wie schon Generationen zuvor zog „Die Sehnsucht nach dem Süden“ – so der Titel einer charmanten Ausstellung, die die Stiftung Kurt und Barbara Alten im Museo Castello San Materno im schweizerischen Ascona realisierte – Künstler auch nach 1850 nach Capri, in die Ewige Stadt Rom oder nach Tivoli. Wie etwa Oswald Achenbach, Ludwig Passini oder Sigmund Lipinsky und Anton von Werner. Die rund 40 gezeigten Werke stammen aus einer deutschen Privatsammlung, die größtenteils mit Unterstützung von Kunkel Fine Art aufgebaut wurde. Bilder, die man noch nicht hundert Mal gesehen hat! 

(www.museoascona.ch/de/museo-castello-san-materno, bis 23. August, der Katalog erschien im Wienand Verlag)

AUßERDEM // BLICK IN DAS GALERIEGESCHEHEN UNSERER AUSSTELLER

GALERIE ANDREAS BINDER reflektiert mit einer Gruppenausstellung ihr 35-jähriges Bestehen. Die Jubiläumsshow zeigt Werke von langjährigen und jüngeren Wegbegleitern wie Stefan Hunstein, Jan Davidoff, Tina Berning und Ariamna Contino sowie Philipp Lachenmann.

(www.galerieandreasbinder.de, bis 31. Juli)3

CHRISTIAN EDUARD FRANKE KUNSTHANDEL und vier weitere Kunst-händler aus der UNESCO Welterbestadt haben während der Bamberger Anti-quitätenwochen, die ab Ende Juli parallel zu den nahe gelegenen Bayreuther Festspielen stattfinden,  ihre Türen wieder weit geöffnet. Im Mittelpunkt von Christian Eduard Landwers Präsentation stehen hochkarätige Objekte wie ein ovales, frühklassizistisches Tischchen aus der legendären Manufaktur David Roentgens sowie eine Marmorbüste des Herzogs von Reichstadt, des einzigen Sohnes Napoleon Bonapartes. 

(22. Juli bis 22. August, 

www.bambergerantiquitätenwochen.de)4

GALERIE UTERMANN in Dortmund zeigt unter dem Titel „Collection Highlights“ das Beste aus den Beständen. Im Fokus der mehr als 150 Jahre existierenden Galerie stehen heute Werke der klassischen Moderne und der Nachkriegskunst. In der aktuellen Ausstellung: unter anderem Werke von Alexej von Jawlensky, Lyonel Feininger, Serge Poliakoff und Norbert Tadeusz sowie Karl Hartung.

(bis 30. August, www.galerieutermann.de)5

  1. Romantik trifft Moderne – Werke von Johann Jakob Frey und Franz Barwig am Stand von Gierhards Antiques & Fine Art.
    Foto: Matin Jameie ↩︎
  2. Abbildung 5 und 6: Kunsthändler Thomas le Claire (Foto li.) und Chefredakteurin Lisa Zeitz (Foto re.) in der Ausstellung “F.C. Gundlach. You’ll never watch alone” im Bucerius Kunstforum. Foto: Maximilian Probst ↩︎
  3. Philipp Lachenmann, Eclipse (Evolution), polierter Edelstahl, programmierbares Lichtsystem, D: 150 cm. Courtesy the artist und Galerie Andreas Binder ↩︎
  4. David Roentgen, Arbeits- und Beistelltisch, Neuwied, um 1785/90, Mahagoni, Messingbeschläge, 76 x 72 x 50 cm. Courtesy Christian Eduard Franke Kunsthandel
    Foto: Michael Aust ↩︎
  5. Karl Hartung, Sitzende Figur, ca. 1937/38, Bronze, 34 x 28 x 14 cm. Courtesy Galerie Utermann ↩︎