Als wir gestern im Rahmen unseres Neujahrsempfangs im Lenbachhaus gemeinsam mit Partnern und Ausstellern das neue Jahr begrüßten, rückte ein Thema fast beiläufig, aber umso deutlicher in den Mittelpunkt: die Frage nach Orientierung in der Kunst. Gerade an einem Ort, der wie kaum ein anderer für Kontinuität, Qualität und kunsthistorische Maßstäbe steht, wird spürbar, wie groß das Bedürfnis nach Einordnung und verlässlichen Bezugspunkten ist.
Einer der bekanntesten Versuche, solche Maßstäbe zu setzen, ist seit über 35 Jahren der Kunstkompass des Magazins Capital. Seine Bewertung fußt eher auf institutioneller Anerkennungen als auf Marktpreisen. Zu Gerhard Richters unangefochtenem Platz Nummer 1 schreibt Herausgeberin Linde Rohr-Bongard: „Schwer vorstellbar, dass je ein anderer an der Spitze des Kompasses thronte.“ Ihr Blick auf die Szene ist unverkennbar deutsch. Neben drei Internationalen wie William Kentridge, Bruce Nauman und Cindy Sherman füllen die Top-Ten Namen wie Georg Baselitz, Imi Knoebel oder Tony Cragg. Auch für viele unserer Gäste gehören sie zu den Favoriten.

Aber jedes Ranking ist letztlich ein Debattenbeitrag. Ed Ruscha, hier auf Platz 38, steht im Index des Manager Magazin als umsatzstärkster Künstler 2025 ganz oben. Zurück zum Kompass: Arnulf Rainer rangiert auf Platz 56, Heinz Mack auf Rang 93. Die Unterscheidung von Markt und Bedeutung hat durchaus eine positive Seite. Denn Hypes können den Blick vernebeln. Marlene Dumas‘ Werk ist damit nicht gemeint. Mit einem Auktionserlös von 13,6 Millionen Dollar avancierte sie 2025 zur teuersten lebenden Künstlerin, im Punktesystem von Rohr-Bongard rutschte sie aber auf Platz 49 ab. In den kommenden Jahren könnten Leiko Ikemura, Jana Euler und Rashid Johnson, rasante Listenaufsteiger, den Top-100 Plätze streitig machen, so der Kunstkompass. Dazu passt die Weisheit, dass die besten Sammler nicht die sind, die sich die Gewinner herauspicken, sondern die, die dazu beitragen, dass sie entstehen.

Ein blinder Fleck: kein Ranking für Gabriele Münter, Egon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner, die mit Museums- und Marktpräsenz für Furore sorgten. Jawlenskys „Spanische Tänzerin“ wurde auf der Art Basel Paris für 16 Millionen Euro angeboten. „Gustav Klimts Bildnis Elisabeth Lederer mit 236 Millionen Dollar und Paula Modersohn-Beckers Selbstbildnis mit über 1 Millionen Euro erzielten Auktionsrekorde”, ergänzt HIGHLIGHTS Messeleiterin Juana Schwan.

Viele der genannten Künstler und Künstlerinnen waren und sind präsent auf der HIGHLIGHTS, die in diesem Jahr vom 15. bis 18. Oktober stattfindet. Gestern Abend erlebten wir nicht nur eine wunderbare Führung mit Lenbachhaus-Direktor Matthias Mühling, es gab auch eine gute Nachricht. Unser langjähriger Aussteller Christian Eduard Franke Kunsthandel gibt im März in Maastricht sein TEFAF-Debüt. Welch ein Ritterschlag.

Galerie Zink in Waldkirchen fragt in der Ausstellung „Chiaroscuro“ nicht zum ersten Mal: Wo ist die Grenze zwischen Schmuck und Skulptur? Der SchmuckkünstlerDavid Bielander entlockt bekannten Formen neuen Ausdruck. Feuer, Licht und Schatten sind dabei seine Komplizen. (bis 8. März, www.galerie-zink.com)

Ira Stehmann Fine Art in München zeigt eine Auswahl von Fotografien der Serie „Das abgewandte Porträt“ von Corina Gertz. Zwischen 2002 und 2023 hat die Künstlerin in Rückenansicht Frauen in traditionellen Gewändern fotografiert. Kleidung, Stoffe und Muster werden in diesen ästhetisch tiefgründigen Bildern zu Zeichen der Identität, Geschichte und Kultur. (bis 31. März, www.irastehmann.com)

Galerie Gebrüder Lehmann in Dresden erinnert mit „Eberhard Havekost. Grafische Arbeit“ an einen früh verstorbenen Maler-Star. Die für seine Leinwände typische, zugleich konstruktive und melancholische Wiedergabe von Architektur und Interieur hat er in einer speziellen Drucktechnik umgesetzt. (27. März bis 16. Mai, www.g-gl.de)

Kunkel Fine Art und Thole Rotermund Kunsthandel bereiten derzeit die neunte Ausgabe der kleinen, aber feinen Ausstellung „Linienspiel und Farbenrausch“ vor, die gemeinsam mit Artcurial Deutschland in München veranstaltet wird. Papierarbeiten der klassischen Moderne stehen im Mittelpunkt. (6. bis 9. Mai, www.kunkelfineart.de, www.rotermund-kunsthandel.de)

Galerie Kovacek in Wien widmet demnächst dem US-Amerikaner Doug Argue eine Einzelshow. Sein Markenzeichen sind Gemälde zwischen Abstraktion und Realismus, zwischen Fiktion und Realität, gepaart mit einem Schuss Surrealismus. (ab 14. April, www.kovacek.at)
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