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September 2025

Next Generation

Als Piet Mondrian vor 100 Jahren seine ersten geometrisch-konstruktiven Bilder malte, war das für einige der Untergang der Malerei, für andere die Geburtsstunde einer neuen Kunst, die heute als konkrete Kunst mehr denn je beachtet wird. Als die Pop-Art aufkam, ging ein Riss durch die Generationen. Und als um die Jahrtausendwende Martin Eder seine Kätzchen-Bilder in die Galerien brachte, wandten sich die Anhänger von Imi Knoebel und Otto Piene despektierlich ab. Aber die damals 35jährigen kauften. 

Was uns diese drei Geschichten sagen? Unsere Ausstellerin Nina Jahn, die gemeinsam mit ihrem Vater die Galerie Wolfgang Jahn managt, bringt es auf den Punkt: „Jede Generation will ihre eigenen Künstler entdecken.“ Und das heißt auch, sie braucht Galeristen, die den Pulsschlag jüngerer Sammler spüren und dem Markt zeitgemäße Impulse geben. Auf der HIGHLIGHTS haben wir mehr als ein Handvoll NextGen-Händler. Manche haben ihren Beruf als Banker oder Rechtsanwältin dafür aufgegeben. 

Dem Konstruktiven verschrieben – Sina Stockebrand

„Man braucht ein Gespür dafür, ob sich eine Position am Markt etablieren lässt.“

In den letzten zehn Jahren hat Sina Stockebrand ihren Kunsthandel zu einer wichtigen Deutschland-Adresse für konstruktiv geometrische Tendenzen und die Abstraktion der Nachkriegskunst etabliert. Sie ist der Überzeugung, dass die Moderne neben Großen wie Wassily Kandinsky oder Walter Dexel, deren Werke sie auch auf der HIGHLIGHTS anbietet, immer noch weiße Flecken hat. Wie etwa die mathematisch konstruierten Rasterbilder von Carl Krasberg. In München auch dabei: Werke von Vera Molnar, Camille Graeser und Carl Buchheister.

Camille Graeser, Komplementär – Relation III, 1961/65, Öl auf Leinwand, 90 x 90 cm. Courtesy: Sina Stockebrand Kunsthandel

Vom Kunstkritiker zum Händler – Henri Neuendorf

„Wenn sich ein Sammler für inhaltliche Aspekte eines Werks interessiert, kann ich aufgrund meiner jahrelangen Beschäftigung mit Kunst sehr viel vermitteln und zugleich Beratung in allen Sammlungsfragen geben.“

Der Wahl-New Yorker hat den Kunstmarkt aus vielen Perspektiven beobachtet. Henri Neuendorf hat für das Artnet-Magazin Geschichten über Künstler, Galerien und Sammler geschrieben und in einem Auktionshaus gearbeitet. Seit letztem Jahr vermittelt und akquiriert er in seinem eigenen Unternehmen Galerie Neuendorf Werke von Künstlern des Top-Segments wie Peter Doig oder Yoshitomo Nara. Sein Fundament: Der 36-Jährige ist bestens vernetzt in der Kunstwelt. In München zeigt er Papierarbeiten von William Copley und John Wesley.

John Wesley, Seascape with Frieze of Girls II, 1985, Öl auf Leinwand, 183 x 213 cm. Courtesy: Neuendorf

Historische Textilien für modernes Living – Maximilian Lerch

Ich will dem Teppich zwischen Stühlen von Alvar Aalto und Sitzinseln von Minotti einen Platz geben, denn er ist die Seele eines Raumes.“

Der 36-jährige Münchner hat eine Mission: Er will seiner Generation den Blick für Teppiche und historische Textilien öffnen und Neues ans Licht bringen. Dafür hat Maximilian Lerch die Banker-Karriere an den Nagel gehängt und den Teppich-Handel seines Vaters übernommen. Spezialisten finden bei ihm selbstverständlich Klassiker aus Täbriz oder Isfahan. Aber er findet, die Zeit ist reif für marokkanische Teppiche aus den 1950er Jahren, für exponierte Entwürfe des Jugendstil und des Art Déco und für pittoreske Stücke wie einen Tigerteppich aus China.

Knüpfteppich mit Tigermotiv, China/Tibet, 20. Jahrhundert, Wolle, 160 x 100 cm. Courtesy: Max Lerch Teppiche

Vintage-Jewelry für selbstbewusste Frauen –Laura Schmitz

Schmuck ist für mich Historie, ein Schrittmacher der Zeit, der Hand in Hand mit der Mode geht.

Wer den HIGHLIGHTS-Stand von „The Old Treasury“ betritt, erkennt sofort Laura Schmitz Faible für hochkarätigen Schmuck der Sechziger- bis Achtzigerjahre. Stücke von Cartier bis Van Cleef & Arpels gehören zum Repertoire. Aber ihre Chance im heiß umkämpften Gebiet der Vintage-Haute-Joaillerie sieht die Niederländerin in ihrer Kennerschaft und Offenheit für andere, noch unterschätzte herausragende Labels. Wie etwa die italienischen Marken Illario, wo u.a. Bulgari fertigen ließ, oder Faraone und Claudio di Pomi.

Armband und Brosche, Faraone, Mailand, um 1990, 18 Karat Gelbgold, Acier (Edelstahl) und Diamant. Courtesy: The Old Treasury

Der intellektuelle Concept-Store – Robert Eberhardt

Ich glaube an die Zukunft des Antiquariats“

Ausschließlich Erstausgaben von Thomas Manns „Zauberberg“ oder Autographen von Franz Kafka anzubieten – so funktioniert Antiquariat heute nicht mehr. Robert Eberhardt, selbst Verleger, Autor und seit 2022 Inhaber des seit mehr als 100 Jahren existierenden Hamburger Antiquariats Felix Jud & Co., setzt deswegen auf mehrere Säulen: Bibliophiles, ein bisschen Literaturtreff und ein Teil Galerie mit Werken von Ernst Ludwig Kirchner und Max Liebermann bis zu den experimentellen Landschaften des Leipziger Gegenwartskünstler Clemens Tremmel.

Johann Wolfgang von Goethe, Wahlverwandtschaften, Paris, SC L’Huillier, 1810,16,5 x 9,8 cm, 3 Bände. Einband aus marmoriertem Papier, vergoldete Wappen. Courtesy: Felix Jud & Co.

Starke Positionen 

für Morgen entdecken – Nina Jahn

Ich möchte mit unserem Programm die Kunstinteressierten meiner Generation entfachen.“

Der Umgang mit Künstlern ist der Tochter des Galeristen Wolfgang Jahn von jeher vertraut. Heute managt Nina Jahn gemeinsam mit Ihrem Vater die Galerie. Ein Stamm renommierter Künstler, zu denen Hubert Scheibl oder Jiří Georg Dokoupil gehören, ist ein Fundament. Aber die 34-Jährige weiß, dass eine Galerie nie stehen bleiben darf und bedeutenden Positionen von morgen den Weg ebnen muss. Längere Zeit beobachtete sie die Katharina Grosse-Schülerin Laura Aberham. Jetzt ist sie fest im Programm verankert. Neue Wege geht die Galerie auch online: Zu jeder Ausstellung erscheint ein digitaler Katalog. 

Laura Aberham, Ohne Titel, 2021, Acryl auf Leinwand, 140 x 200 cm. Courtesy: Studio Laura Aberham / Galerie Wolfgang Jahn

Der Glücksstern eines Seiteneinsteigers – Marvin Ackermann

Pop Art ist aufregend, gefragt, die Top-Liga der Post-War-Kunst und genau das richtige für die HIGHLIGHTS

Der Umgang mit Künstlern ist der Tochter des Galeristen Wolfgang Jahn von jeher vertraut. Heute managt Nina Jahn gemeinsam mit Ihrem Vater die Galerie. Ein Stamm renommierter Künstler, zu denen Hubert Scheibl oder Jiří Georg Dokoupil gehören, ist ein Fundament. Aber die 34-Jährige weiß, dass eine Galerie nie stehen bleiben darf und bedeutenden Positionen von morgen den Weg ebnen muss. Längere Zeit beobachtete sie die Katharina Grosse-Schülerin Laura Aberham. Jetzt ist sie fest im Programm verankert. Neue Wege geht die Galerie auch online: Zu jeder Ausstellung erscheint ein digitaler Katalog. 

Tom Wesselmann, Wesselmann Bouquet, 1998, Mixografia, 116 x 128 cm. Courtesy: Benden & Ackermann