Schmuckset bestehend aus einer Brosche und einem Paar Ohrclips aus 18 Karat Gelbgold, besetzt mit Diamanten.
Frankreich, um 1970, Schmuckgarnitur, gestaltet als drei organische Formen, deren Mittelpunkte pavégefasst mit Brillanten besetzt sind. Signiert „Gerard“, mit Meistermarke von André Vassort sowie französischen Feingehaltsstempeln für Gold und Platin.
André Vassort (tätig 1955–Anfang der 1990er Jahre)
André Vassort war ein in Paris ansässiger Juwelier und Inhaber einer Goldschmiedewerkstatt – weniger als Markenname im Einzelhandel bekannt, sondern vielmehr als einer der herausragenden Kunsthandwerker hinter den großen Schmuckhäusern der Place Vendôme. Er steht exemplarisch für jene oft im Hintergrund arbeitenden Meister ihres Fachs, deren handwerkliche Leistung die renommierten Pariser Maisons prägte.
Im Dezember 1955 ließ er sein Unternehmen sowie seine Meistermarke eintragen und gründete die Atelier Vassort in der Rue Sainte-Anne 34 in Paris. Von dort aus entwickelte sich seine Werkstatt zu einer der bedeutendsten Produktionsstätten für französischen Schmuck der Nachkriegszeit. Vassort fertigte Schmuck für renommierte Häuser wie Van Cleef & Arpels, Boucheron und Mauboussin.
Von besonderer Bedeutung war seine Zusammenarbeit mit M. Gérard. Nachdem Louis Gérard 1968 Van Cleef & Arpels verlassen hatte, gründete er sein eigenes Schmuckhaus und beauftragte die ihm bereits vertraute Werkstatt von André Vassort mit der Fertigung seiner Entwürfe. In den folgenden zwei Jahrzehnten entstanden dort außergewöhnliche Schmuckstücke für M. Gérard, die bis heute für ihre exzellente Verarbeitung geschätzt werden. Während der erfolgreichen Expansion des Hauses in den 1970er Jahren belieferte Vassort die Boutiquen in Paris, London, Gstaad, Monte Carlo und Lausanne.
Da ein Großteil seiner Arbeiten unter den Signaturen anderer Schmuckhäuser verkauft wurde, blieben viele seiner Werke ohne eigene Kennzeichnung und lassen sich heute nur selten eindeutig seiner Werkstatt zuordnen. Gelegentlich erscheint jedoch seine Meistermarke gemeinsam mit der Signatur des jeweiligen Hauses oder – seltener – allein.
Mit der Schließung des Ateliers Anfang der 1990er Jahre endete die Geschichte einer der bedeutendsten französischen Goldschmiedewerkstätten ihrer Zeit. Die Meistermarke André Vassorts – ob auf einem Armband von Boucheron oder einem Schmuckstück von Van Cleef & Arpels – gilt heute als Garant für außergewöhnliche handwerkliche Qualität.
M. Gérard (gegründet 1968, Paris)
Das Schmuckhaus M. Gérard wurde 1968 von Louis Gérard gegründet, einem in Paris geborenen Juwelier aus einer traditionsreichen Familie von Goldschmieden und Juwelieren. Nach fast zwanzig Jahren bei Van Cleef & Arpels eröffnete er seine erste Boutique in der Avenue Montaigne 8 in Paris – mit dem Anspruch, wie er selbst formulierte, „den schönsten Schmuck der Welt“ zu schaffen.
Für die Fertigung seiner Kreationen vertraute Gérard auf die Werkstatt von André Vassort, mit der er bereits während seiner Zeit bei Van Cleef & Arpels zusammengearbeitet hatte. Über die folgenden zwanzig Jahre entstand dort nahezu der gesamte Schmuck des Hauses, dessen herausragende handwerkliche Qualität bis heute Anerkennung findet.
Der Stil von M. Gérard war ausdrucksstark und luxuriös: opulente Besätze mit Diamanten und farbigen Edelsteinen, plastisch gestaltete Armbänder und Colliers aus 18-karätigem Gold sowie markante Schmuckgarnituren mit Ohrclips und Anhängern. Die Entwürfe spiegeln den expressiven Zeitgeist der 1970er Jahre wider und bilden zugleich einen eigenständigen Gegenpol zum gleichzeitig aufkommenden minimalistischen Schmuckdesign, wie es etwa Elsa Peretti für Tiffany & Co. prägte.
M. Gérard richtete sich an eine wohlhabende internationale Klientel aus Europa, dem Nahen Osten und Fernost. Louis Gérard pflegte das exklusive Lebensgefühl seiner Kundschaft mit aufwendigen Veranstaltungen und Präsentationen in Cannes und Monte Carlo. Innerhalb eines Jahrzehnts expandierte das Unternehmen mit Boutiquen in Gstaad, London, Lausanne und Monte Carlo. Bereits 1980 warb das Haus damit, seit mehreren Jahren führender Exporteur französischen Luxusschmucks zu sein.
Heute gelten signierte Schmuckstücke von M. Gérard – insbesondere solche, die zusätzlich die Meistermarke André Vassorts tragen – als gesuchte Beispiele französischer Schmuckkunst der 1970er Jahre. Sie vereinen expressives Design, skulpturale Formensprache und höchste handwerkliche Qualität, die maßgeblich auf die Arbeit der Werkstatt Vassort zurückzuführen ist.
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