„Mit Höchstqualität durch die Epochen“ titelte die Frankfurter Allgemeine Zeitung einmal ihren Bericht über die Munich HIGHLIGHTS. Diesen Parcours durch die Jahrhunderte versprechen wir Ihnen auch in diesem Jahr, in dem die HIGHLIGHTS nach zwei Preview-Tagen vom 17. bis 20. Oktober ihr 15-jähriges Jubiläum feiert.
Zugegeben, wir waren überrascht, dass dieser Epochen-Tripp besonders von Kunstwerken aus Silber reflektiert wird. Gut 500 Jahre alt ist der edle Renaissancebecher bei Helga Matzke European Silver, während die minimalistischen Dosen und Schalen von Yoshiko Okamoto, die das Kunsthaus Kende anbietet, im 21. Jahrhundert entstanden. Egal, welches Stück Sie favorisieren, Schönheit ist keine Frage der Epoche, sondern des Esprits der Kreateure.

Renaissance-Becher, Umkreis Nürnberg, ca. 1520, Silber, teilweise vergoldet, Höhe: 15,3 cm, Courtesy Helga Matzke European Silver
500 Jahre alt und so modern. Der Silber-Becher in Trompetenform scheint zeitlos. Die perfekte, glatte Oberfläche und der puristische Look sprechen für einen Silberschmied mit Formgefühl. Nur der goldene Blattfries verweist auf die Renaissance. Ganz klar, woher der Art déco seine Inspiration bezog. Das meint auch das Team von Helga Matzke European Silver.

Höfischer Scherzhumpen, Cornelius Erb, Augsburg, 1586, Silber, feuervergoldete Meistermarke, Höhe: 16,5 cm, Courtesy Kunstkammer Georg Laue / Foto: Jens Bruchhaus
Die andere Seite der Renaissance: flächendeckende Ornamente und Maskarons. Augsburgs Meister hatten nicht nur Zugang zu den schönsten Ornamentvorlagen, sie haben die brillanten Dekore zudem perfekt umgesetzt. Der Clou dieses Deckelhumpens aber, so Kunstkammerspezialist Georg Laue, ist sein Henkel. Er funktioniert wie ein Strohhalm, mit dem man das Getränk, ohne den Deckel zu heben, aufsaugen kann.

Prunkkassette von David I. Schwestermüller, Augsburg, um 1670, Silber, teilvergoldet, Meistermarke SM, Höhe 15,5 cm, Breite 25,5 cm, Courtesy Kunsthandel Peter Mühlbauer
Was immer in dieser Kassette aus dem Angebot des Kunsthandels Peter Mühlbauer einst aufbewahrt wurde, sie ist ein Prunkstück barocker Silberkunst. David Schwestermüller gehörte zu den gefragtesten Augsburger Goldschmieden. Die Üppigkeit der Formen steht für Lebenslust und Vitalität. Dazu passen die Anspielungen auf die sprudelnde Kraft des Wassers als eines der vier Elemente, die die beiden Putti am Rande eines schilfigen Teiches symbolisieren.

Paar silberne Weinkühler, William Elliott, London, 1813, Höhe 32 cm, Courtesy Kunsthandel Christian Eduard Franke / Foto: Michael Aust
Der Klassizismus ging mit der Antike eine unzertrennliche Liaison ein. Die Kraterform, die Henkel als Füllhörner und der plastisch gearbeitete Weinlaub-Fries sind nur einige Stilelemente, die das Kunsthandwerk um 1800 prägen. Der Kunsthandel Christian Eduard Franke hat sie nicht in London, sondern in einem deutschen Adelshaus entdeckt. Die britischen Prachtexemplare waren 1872 ein Hochzeitsgeschenk für das Brautpaar von Hatzfeld zu Trachenberg.

Große Vase, Koloman Moser, Entwurf: 1905, Ausführung: 1905/06, Silber, gestanztes Quadratmuster, Höhe: 43,3 cm, Courtesy Galerie bei der Albertina – Zetter
Konstruktiv, auf das Wesentliche konzentriert und schnörkellos – das war das Motto der Wiener Moderne um 1900, die ganz entscheidend von Josef Hoffmann und Koloman Moser bestimmt wurde.
Mosers Vasenentwurf, der ab 1905 von den Silberschmieden der Wiener Werkstätte umgesetzt wurde, gilt als Ikone dieser Idee. Galeristin Katharina Zetter ist glücklich, die Arbeit anbieten zu können. Denn der Entwurf wurde nur sechs Mal ausgeführt.

Deckeldose „Sound of Wind“, Yoshiko Okamoto, Japan, 2017, Silber und Kupfer, Länge: 25,5 cm, Courtesy Kunsthaus Kende
Wahre Eleganz liegt im Einfachen. Dieses Prinzip beherrscht die Künstlerin Yoshiko Okamoto bestens. Reduzierte, klare Formen und geometrische Muster, die sie mit einer speziellen japanischen Technik realisiert, geben ihren unverwechselbaren Objekten poetischen Charakter. Das Kunsthaus Kende hat Japans junge Silber-Szene schon vor ein paar Jahren entdeckt und ist einer der wenigen, die sie galeristisch vertreten.

Munich HIGHLIGHTS PODCAST: DIE KUNST DER COLLAGE
In unserem neuen HIGHLIGHTS-Podcast, der unter dem Label „Die Leichtigkeit der Kunst“ von Claudia Linzel produziert wird, erzählt das Galeristenehepaar Raffaela und Thomas von Salis von ihrer großen Leidenschaften, der Collage. Die künstlerische Technik bekam besonders Anfang des 20. Jahrhunderts Aufwind, als die Ordnung der Welt ins Wanken geriet. Georges Braque, George Grosz, Marc Chagall und später auch Robert Motherwell etwa reizte es, Dinge zusammenzubringen, die scheinbar nicht zusammengehören. Zum HIGHLIGHTS-Angebot von Thomas Salis werden u.a. Collagen von Max Ernst und Kurt Schwitters zählen. Wir hoffen, der Podcast macht Sie neugierig auf ein interessantes Kapitel Kunstgeschichte, das noch lange nicht beendet ist.

Herr Dietz, was passiert, wenn eine Kunstsammlung unterversichert ist und ein Schaden eintritt?
„Eine Unterversicherung besteht dann, wenn die Versicherungssumme zum Zeitpunkt eines Schadens niedriger ist als der Wert der versicherten Gegenstände. Der Versicherer ist dann berechtigt, die Leistung anteilig zu kürzen. Die HDI Kunstversicherung bietet aber als Einstiegsprodukt für Privatkunden eine hausrat-ähnliche all risk Police an (HDI Value). Und sie verzichtet in dieser Police ausdrücklich auf den Einwand der Unterversicherung. Bei den privaten Kunst-Policen wird sich die Frage Unterversicherung nicht stellen, da die Besitzer eine sehr genaue Vorstellung vom Wert ihrer Sammlung haben.
Philippe Dietz
Head of Underwriting bei HDI art&lifestyle
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