18019 DEUTSCHER KUNSTHANDEL. INTERNATIONALE BÜHNE.

Für manche Sammler beginnt das Kunstjahr mit der TEFAF in Maastricht, wo vom 14. bis 19. März wieder mehr als 250 Top-Kunsthändler aus aller Welt das Beste zeigen, was der Markt derzeit zu bieten hat. Altmeister, Antiken, außereuropäische Kunst und natürlich auch Zeitgenössisches wie am Stand von Beck & Eggeling International Fine Art. 

Ausschnitt von: Manolo Valdés, Abstrakter Kopf, 2025, Stahl, Höhe: ca. 4 Meter. Courtesy Beck & Eggeling International Fine Art 

Die Galerie aus Düsseldorf ist übrigens nicht der einzige HIGHLIGHTS-Aussteller, der schon lange auf der TEFAF vertreten ist. Helga Matze European Silver glänzt wieder mit historisch bedeutsamen und handwerklich meisterhaftem Silber des 16. bis 18. Jahrhunderts. Und Galerie Utermann ist mit Werken von Gabriele Münter vertreten.

TEFAF-Messestand von Helga Matzke European Silver vom vergangenen Jahr. Courtesy Helga Matzke Silver 

Die Teilnahme an der TEFAF ist für viele Kunsthändler ein Meilenstein in ihrer internationalen Karriere. Die Kunstkammer Georg LaueWienerroither & KohlbacherLudorffGalerie Hidde van Seggelen und Langeloh Porcelain – Sie haben alle diesen Punkt vor Jahren bereits erreicht. In diesem Jahr reiht sich HIGHLIGHTS Co-Geschäftsführer Christian Eduard Landwers mit seinem Kunsthandel Christian Eduard Franke in den Kreis der TEFAF-Aussteller ein.             

Keith Haring, Ohne Titel (Dance), 1988, Sumi Ink auf Papier, 77 x 111 cm. Courtesy Ludorff

Die TEFAF gilt seit Jahrzehnten als glanzvolle Referenz unter den Kunst- und Antiquitätenmessen. Dass zahlreiche HIGHLIGHTS-Aussteller dort seit Jahren vertreten sind, unterstreicht die internationale Qualität des deutschen Kunsthandels. Die Galerie Schönwald, Peter Mühlbauer Kunsthandel, Senger Bamberg oder Galerie Thomas Schulte sind gestandene Namen auf dem internationalen Kunstmarktparkett. Und die nächste Generation ist auch schon da. In der Kategorie Showcase sind in diesem Jahr die drei Porzellan- und Object d’Art-Spezialisten von Trias Art Experts und Torres Nieto Fine Arts mit einer Auswahl an Altmeistern vertreten.  

EXPERTEN-TIPP: VOM UMGANG MIT MÖBELN

Rokoko-Kommode aus der Werkstatt der Gebrüder Spindler, Potsdam um 1765, Mahagoni, Ahorn, Rosenholz, feuervergoldete Beschläge, 80 x 114 x 68 cm. Courtesy Kunsthandel C. E. Franke  

Ein Blickfang am TEFAF-Stand des Kunsthandels C. E. Franke ist die Rokoko-Kommode der Gebr. Spindler. Herr Dr. Piening, ist so ein Möbel von Museumsformat im privaten Bereich nicht kompliziert?

“Historische Möbel sind robuster, als man denkt”

“Nein gar nicht. Historische Möbel sind robuster, als man denkt. Stücke, die auf der TEFAF oder der HIGHLIGHTS angeboten werden, sind in der Regel in einem optimalen Konservierungszustand. Damit das so bleibt, empfehle ich eine Luftfeuchtigkeit von 45 bis 60 Prozent sowie die Vermeidung von direktem Sonnenlicht und hohen Temperaturen. In Räumen, in die von mehreren Seiten Licht einfällt, schützen UV-Folien auf den Fensterscheiben empfindliche Möbelstücke. Falls sich eine Furnierstelle löst, sollte man diese nicht selbst mit lösungsmittelhaltigen Klebern oder Klebestreifen fixieren. Beauftragen Sie in diesem Fall einen Restaurator und bewahren Sie für ihn das Stück Originalsubstanz sorgfältig auf. Bei beschädigten Vergoldungen reicht oft eine Retusche, bei Wasserrändern haben Experten die richtigen Mittel. Von Polituren und Reinigungsmitteln aus Drogerien rate ich hingegen ab. Stichwort Wurmbefall. Giftige, chemische Begasungen sind längst nicht mehr zeitgemäß. Besser ist eine feuchtegeregelte Wärmebehandlung oder sogenannte Inertbehandlung. Die Kammern dazu sind auch mobil verfügbar. Experten in Ihrer Nähe finden Sie über den Verband der Restauratoren, VDR.”

Dr. Heinrich Piening, 

stellv. Leiter Restaurierungszentrum Bayerische Schlösserverwaltung

KULTUR-TIPP: DAS RIJKSMUSEUM IN AMSTERDAM

Ausschnitt von: Nachfolger des Guiseppe Arcimboldi, Grotesker Riese als anthropomorphe Landschaft, Italien um 1680, Öl auf Leinwand, 102,5 x 81,6 cm. Courtesy Marco Pesarese Fine Art 

Die Kunst und die Niederlande – das sind auch fern der TEFAF zwei Seiten einer Medaille. Unübertroffen bleibt das Rijksmuseum in Amsterdam, das derzeit mit Meisterwerken wie Caravaggios „Narzissus“ oder Louise Borugeois´ großer Spinnen-Skulptur „Mutter“ über die „Metamorphosen“ des Ovid reflektiert. Mythen, Ängste und erotische Fantasien durchziehen die antike Schrift. An Aktualität fehlt es ihr nicht in einer Zeit, wo die Grenzen zwischen Freund und Feind, Mann und Frau verschwimmen. Werke von Cellini bis Rubens, von Brancusi bis Magritte werden gezeigt. Darunter auch der groteske Riese, der als barocke Landschaft erscheint und mit dem HIGHLIGHTS-Aussteller Marco Pesarese im Herbst an seinem Stand die Münchner Messe-Besucher faszinierte.  

(Metamorphoses, bis 25.5.25, www.rijksmuseum.nl)

Categories: NEWS 17987 FAVORITEN IM DSCHUNGEL DER KUNST

Als wir gestern im Rahmen unseres Neujahrsempfangs im Lenbachhaus gemeinsam mit Partnern und Ausstellern das neue Jahr begrüßten, rückte ein Thema fast beiläufig, aber umso deutlicher in den Mittelpunkt: die Frage nach Orientierung in der Kunst. Gerade an einem Ort, der wie kaum ein anderer für Kontinuität, Qualität und kunsthistorische Maßstäbe steht, wird spürbar, wie groß das Bedürfnis nach Einordnung und verlässlichen Bezugspunkten ist.

Einer der bekanntesten Versuche, solche Maßstäbe zu setzen, ist seit über 35 Jahren der Kunstkompass des Magazins Capital. Seine Bewertung fußt eher auf institutioneller Anerkennungen als auf Marktpreisen. Zu Gerhard Richters unangefochtenem Platz Nummer 1 schreibt Herausgeberin Linde Rohr-Bongard: „Schwer vorstellbar, dass je ein anderer an der Spitze des Kompasses thronte.“ Ihr Blick auf die Szene ist unverkennbar deutsch. Neben drei Internationalen wie William KentridgeBruce Nauman und Cindy Sherman füllen die Top-Ten Namen wie Georg BaselitzImi Knoebel oder Tony Cragg. Auch für viele unserer Gäste gehören sie zu den Favoriten.

Start für den Neujahrsempfang  der Munich HIGHLIGHTS im Atelier Franz von Lenbachs in der Städtischen Galerie im Lenbachhaus, Foto: MyArtMarketing

Aber jedes Ranking ist letztlich ein Debattenbeitrag. Ed Ruscha, hier auf Platz 38, steht im Index des Manager Magazin als umsatzstärkster Künstler 2025 ganz oben. Zurück zum Kompass: Arnulf Rainer rangiert auf Platz 56, Heinz Mack auf Rang 93. Die Unterscheidung von Markt und Bedeutung hat durchaus eine positive Seite. Denn Hypes können den Blick vernebeln. Marlene Dumas‘ Werk ist damit nicht gemeint. Mit einem Auktionserlös von 13,6 Millionen Dollar avancierte sie 2025 zur teuersten lebenden Künstlerin, im Punktesystem von Rohr-Bongard rutschte sie aber auf Platz 49 ab. In den kommenden Jahren könnten Leiko IkemuraJana Euler und Rashid Johnson, rasante Listenaufsteiger, den Top-100 Plätze streitig machen, so der Kunstkompass. Dazu passt die Weisheit, dass die besten Sammler nicht die sind, die sich die Gewinner herauspicken, sondern die, die dazu beitragen, dass sie entstehen.

Sabine Spindler, Kristian Jarmuschek, Dr. Lisa Zeitz, Thole Rotermund und Daniela Dölling Foto: MyArtMarketing

Ein blinder Fleck: kein Ranking für Gabriele MünterEgon Schiele oder Ernst Ludwig Kirchner, die mit Museums- und Marktpräsenz für Furore sorgten. Jawlenskys „Spanische Tänzerin“ wurde auf der Art Basel Paris für 16 Millionen Euro angeboten. „Gustav Klimts Bildnis Elisabeth Lederer mit 236 Millionen Dollar und Paula Modersohn-Beckers Selbstbildnis mit über 1 Millionen Euro erzielten Auktionsrekorde”, ergänzt HIGHLIGHTS Messeleiterin Juana Schwan.              

Dr. Matthias Mühling, Direktor des Lenbachhauses (3. v.r.) ,führt durch die Ausstellung “Was zu verschwinden droht, wird Bild.”, hier vor einem Gemälde Richard Riemerschmids von 1895, Städtische Galerie im Lenbachhaus, Foto: privat

Viele der genannten Künstler und Künstlerinnen waren und sind präsent auf der HIGHLIGHTS, die in diesem Jahr vom 15. bis 18. Oktober stattfindet. Gestern Abend erlebten wir nicht nur eine wunderbare Führung mit Lenbachhaus-Direktor Matthias Mühling, es gab auch eine gute Nachricht. Unser langjähriger Aussteller Christian Eduard Franke Kunsthandel gibt im März in Maastricht sein TEFAF-Debüt. Welch ein Ritterschlag.

AUßERDEM EIN BLICK INS GESCHEHEN UNSERER AUSSTELLER

David Bielander, Lagerfeuer / Campfire, 2025, entsorgte Glasflaschen (Bier, Wein, Wasser, Milch), Edelstahl, elektrifiziert, Edition 1/2, Courtesy Galerie Zink, Foto: Erich Spahn

Galerie Zink in Waldkirchen fragt in der Ausstellung „Chiaroscuro“ nicht zum ersten Mal: Wo ist die Grenze zwischen Schmuck und Skulptur? Der SchmuckkünstlerDavid Bielander entlockt bekannten Formen neuen Ausdruck. Feuer, Licht und Schatten sind dabei seine Komplizen. (bis 8. März, www.galerie-zink.com)

Corina Gertz, CHN 03, 2017, Pigmentdruck auf Hahnemühle, 88 x 66 cm, Auflage 6 + 2 AP, handsigniert, datiert und nummeriert, Courtesy Ira Stehmann Fine Art, © Corina Gertz

Ira Stehmann Fine Art in München zeigt eine Auswahl von Fotografien der Serie „Das abgewandte Porträt“ von Corina Gertz. Zwischen 2002 und 2023 hat die Künstlerin in Rückenansicht Frauen in traditionellen Gewändern fotografiert. Kleidung, Stoffe und Muster werden in diesen ästhetisch tiefgründigen Bildern zu Zeichen der Identität, Geschichte und Kultur. (bis 31. März, www.irastehmann.com)  

Eberhard Havekost, Druck Druck (durchgestrichen), 1999, 4-colour manual offset print, 50 x 67 cm, Courtesy Galerie Gebrüder Lehmann, Foto: Werner Lieberknecht

Galerie Gebrüder Lehmann in Dresden erinnert mit „Eberhard Havekost. Grafische Arbeit“ an einen früh verstorbenen Maler-Star. Die für seine Leinwände typische, zugleich konstruktive und melancholische Wiedergabe von Architektur und Interieur hat er in einer speziellen Drucktechnik umgesetzt. (27. März bis 16. Mai, www.g-gl.de)                                                        


Emil Nolde, Gelbe Iris und rote Blüte, Aquarell, sign., um 1920, 16,2 x 22,3 cm, Courtesy: Kunkel Fine Art

Kunkel Fine Art und Thole Rotermund Kunsthandel bereiten derzeit die neunte Ausgabe der kleinen, aber feinen Ausstellung „Linienspiel und Farbenrausch“ vor, die gemeinsam mit Artcurial Deutschland in München veranstaltet wird. Papierarbeiten der klassischen Moderne stehen im Mittelpunkt. (6. bis 9. Mai, www.kunkelfineart.dewww.rotermund-kunsthandel.de)

Doug Argue, Time Out of Mind, 2018, Gouache auf Papier, 91 x 117 cm, rückseitig signiert, datiert und betitelt, Courtesy Galerie Kovacek

Galerie Kovacek in Wien widmet demnächst dem US-Amerikaner Doug Argue eine Einzelshow. Sein Markenzeichen sind Gemälde zwischen Abstraktion und Realismus, zwischen Fiktion und Realität, gepaart mit einem Schuss Surrealismus. (ab 14. April, www.kovacek.at)

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