
Eine ganze Reihe von Ausstellungen macht mich neugierig auf 2026. Ab 12. März präsentiert die Albertina in Wien eine Schau mit Werken aus der Sammlung Verbund, die sich unter dem Titel „Care Matters“ auf Fürsorge und Pflege als Themen der Kunst konzentriert. In derselben Woche eröffnet im Guggenheim Museum Bilbao ein großer, inspirierender Überblick über das Werk der 2013 verstorbenen kalifornischen Künstlerin Ruth Asawa. Die Ausstellung habe ich während ihrer MoMA-Station in New York Station gesehen und war ganz begeistert. Am 20. März eröffnet die Kunsthalle München „Haar – Macht – Lust“ mit 200 Werken aus 3000 Jahren Kunstgeschichte. Das klingt nach einem originellen und unterhaltsamen Konzept, dazu sind Leihgaben aus dem Prado, dem Louvre und dem Rijksmuseum angekündigt. Und kurz darauf kommt die Biennale in Venedig ab 9. Mai.

Ich bin gespannt bin, wie die Kuratorin Kathleen Reinhardt den deutschen Pavillon mit den Künstlerinnen Henrike Naumann und Sung Tieu bespielen wird. Von beiden kenne ich Installationen, die sich, von den eigenen Biografien gefärbt, mit Interieurs und Design gesellschaftlichen Umbrüchen widmen. Außerdem ist die Biennale natürlich immer eine herrliche Gelegenheit, in Venedig bei Tizian in der Frarikirche oder bei Tintoretto in der Scuola Grande di San Rocco vorbeizuschauen. Ab 22. Mai beleuchtet die Alte Nationalgalerie in Berlin Paul Cassirer und den Durchbruch des Impressionismus. Wie dieser Kunsthändler den Gang der Kunstgeschichte beeinflusste! Kurz davor, Anfang Mai steht noch das das Gallery Weekend Berlin auf dem Programm, da habe ich Glück, es findet direkt vor meiner Haustür statt.
Amelie Eitle
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Short List eines Fashion Duos Johnny Talbot und Adrian Runhof


Es kann kein Zufall sein, dass einige der größten Modedesigner des 20. Jahrhunderts exzellente Kunstsammler waren. Yves Saint Laurent liebte die frühbarocken Gemälde von Frans Hals genauso wie Art Déco-Sessel von Eileen Gray. Und Karl Lagerfeld stattete die diversen Bühnen seines Lebens mal à la Louis XVI., mal à la Bruno Paul aus. Kunst war für sie eine Epochen-Reise durch das Schöne, Sinnliche, Provokante und Kreative. Eine Idee, von der sich auch die HIGHLIGHTS vom 20. bis 23. Oktober sowie an den zwei vorherigen Preview-Tagen zum 13. Mal leiten lässt.
Kunst und Mode sind schon immer eine Liaison eingegangen. Das finden übrigens auch Johnny Talbot und Adrian Runhof. Das internationale gefeierte Fashion-Duo arbeitet in diesem Jahr bei ihren Kollektionen eng mit den jungen Künstlern Mehmet & Kazim zusammen. Und seit vielen Jahren ist Talbot & Runhof Partner der HIGHLIGHTS. Ihre Short List verrät unübersehbar den Modedesigner-Blick:

„It’s all about knowing where to stop – „gehe niemals zu weit, aber immer weit genug“ – das ist für uns Designmotto und Lebensphilosophie und spiegelt sich auch im Werk des Bildhauers Tony Cragg wieder: Contenance bewahren, die Statik der Dinge in ihren Extremen und in ihrer Schönheit ausbalancieren.„
Tony Cragg, „Seeds. Red“, Murano Glas, 2020, Ed. 8/8 + 2AP, H: 48 cm
Galerie Stefan Vogt

„Der Fotograf Norman Parkinson hatte diesen ganz besonderen Blick für Mode und Situationen, der für uns als Designer so inspirierend ist. Ganz wunderbar, wie er hier auf den Straßen von Florenz britische Coolness und italienischen Neorealismo zusammengebracht hat.“
Norman Parkinson, The Italian Collections, Three Little Black Dresses, Florenz, 1961, für Queen Magazine, posthumer Print
Ira Stehmann Fine Art

„Die Wiener Moderne ist unvergleichlich. Zeitlos, klar gegliedert, aber in den Details voller Raffinesse – so wie wir auch selbst unsere Mode designen. Dass das Ensemble ein Jahrhundert nach seiner Entstehung noch so frisch wirkt, spricht für den Josef-Hoffmann Schüler Hans Ofner.“
Hans Ofner, Sekretär und Armlehnstuhl, Österreich, 1911
Galerie bei der Albertina – Zetter

„Farben spielen in unserer Arbeit immer eine wichtige Rolle, vielleicht spricht uns deshalb die Abstraktion von Serge Poliakoff so sehr an. In ihr steckt so viel Energie. Wie schwere, vibrierende Blöcke schieben sich die monolithischen Formen gegeneinander. Ein Kräftemessen von Hellblau, Rot und milchigem Weiß. Das geht unter die Haut und lässt den Gedanken trotzdem sehr viel Freiheit.“
Serge Poliakoff, Composition abstrait, Tempera auf Papier, 1966
Galerie Française
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Short List eines Museumsdirektors Prof. Dr. Bernhard Maaz

© Bayerische Staatsgemäldesammlungen, Foto: Haydar Koyupinar.
Die Neugier auf neue, unbekannte Kunstwerke geht nie vorbei, auch wenn man schon Jahrzehnte lang Sammler oder Profi ist. Das haben wir bei Bernhard Maaz erlebt, der seit 2015 Generaldirektor der Bayerischen Staatgemäldesammlungen ist. Als wir ihm erzählten, dass einige Aussteller der diesjährigen HIGHLIGHTS vom 20. bis 23. Oktober 2022 und an den zwei Previewtagen (18.&19.) Papierarbeiten von Max Beckmann anbieten, wurde er hellhörig. Nicht nur, dass er den Maler der grotesken Welttheater für einen der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts hält, bereitet sein Haus zudem eine Max-Beckmann-Blockbuster-Show vor. Aber Maaz ist ein Kunst-Maniac. Ihn interessieren auch die Alten Meister, die Möbel und das Kunsthandwerk. Sechs HIGHLIGHTS-Exponate und ein paar Notizen stehen schon auf seiner Short List für den Messerundgang im Oktober:

„Ein Triptychon mit dem typisch geschwungenen Antwerpener oberen Abschluss, poetisch in der Konzeption der Anbetung des Kindes, fein in der manieristisch veredelten Malerei, die die Materialien der Architektur, die Noblesse der Kleidung und vieles mehr herausarbeitet.“
Jan von Dornicke, Triptychon „Anbetung der Könige“, Antwerpen, 1520
Kunsthandel Peter Mühlbauer

„In Hermann Hesses Aquarell spiegeln sich die Poetik des zeichnenden und gärtnernden Dichters, die Transluzenz von August Mackes leuchtenden Farben und die Reiseerfahrungen europäischer Künstler, die nicht nur ins Tessin, sondern gar bis Tunis reisten: Der gleißende Süden in zarter Verdichtung“
Hermann Hesse, Häuser im Tessin, Aquarell, 1923.
Michael Schwarze Fine Art

„Günther Ueckers Nagelstrukturen wirbeln in geradezu grafischer Weise über das Werk und wirken doch hinaus in den Raum. Seit Christus ans Kreuz genagelt wurde, hat dieses Material auch immer Schmerzen heraufbeschworen. Uecker gab ihm eine neue, geradezu versöhnliche Geschmeidigkeit.„
Günther Uecker, Feld, Nägel/Holz, 2006.
DBCA

„Sehr anspielungsreich: Die starken Männer mit der Keule des antiken Herkules als Wächter der Prunkkassette aus dem Besitz des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I., dessen Monogramm sie ebenso sorgsam präsentieren wie die Krone: nicht nur eine Wiederentdeckung, sondern wahrlich ein Schlüsselwerk!“
Prunkkassette, Pierre Fromery, Stahl, Berlin, um 1710/13
Viebahn Fine Arts

„Würde man ihnen live wirklich begegnen wollen – den ‚großen Kellnern‘, die uns an George Grosz und dessen ‚Stützen der Gesellschaft‘ erinnern, an eigensinnige oszillierende Charaktere? Ab November kann man zahlreichen Werken Max Beckmanns in der Pinakothek der Moderne begegnen. Die Ausstellung ‚Departure‘wird ein retrospektiver Überblick über sein Leben.„
Max Beckmann, Die großen Kellner, Federzeichnung, 1944
Dr. Moeller & Cie. Kunsthandel

„Wie ein Gruß aus fernen Zeiten und fremden Landen mutet dieser ‚Horizont‘ an, dessen Himmel nachtschwarz dräut, dessen Landstrich in einem lachsroten Ton in die Tiefe oder in die Höhe strebt. Die vermeintliche Leere der zwei, sich scheu vibrierend begegnenden Flächen wird dicht und dichterisch: Die hard-edge-Malerei wird zum Traumland.„
Günther Förg, Horizont, Acryl/Holz, 1988
Kunkel Fine Art
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Short List einer Insiderin Petra Winter


Begeisterung ist der kürzeste Weg zur Kunst. Bei Petra Winter haben wir sie sofort gespürt. Die Chefredakteurin des großartigen Kultur- und Lifestylemagazins MADAME war sofort elektrisiert, als sie einen Blick warf auf die Fotos der Exponate, die unsere Aussteller auf der HIGHLIGHTS vom 20. bis 23. Oktober 2022 und an den vorherigen Preview-Tagen präsentieren. Elfenbeinpokale neben informeller Kunst, Louis Seize-Möbel neben expressionistischen Papierarbeiten – da ist selbst eine professionelle Insiderin der Szene hin- und hergerissen zwischen Barock und Bauhaus oder zwischen Altmeistern und Abstraktion. Sechs Exponate hat sie auf ihre persönliche HIGHLIGHTS-short list gesetzt, um sie im Oktober auf der Messe auf keinen Fall zu verpassen:

„Wie es ist, wenn die Ernte eingefahren wird, wenn wie hier auf dem Bild „dampfgedroschen“ wird, war dem Bauernsohn und Expressionisten Emil Nolde wohlbekannt. Mir gefallen die für ihn typischen Primär-Farben, in der er die Alltagsszene in ein leuchtendes Licht rückt.“
Emil Nolde, Dampfdreschen, Öl auf Leinwand, 1911
Galerie Utermann

„Man denkt beim Anblick der Bulgari-Ohrringe unweigerlich an die expressiven Sixties und Seventies, an Marella Agnelli im Pucci-Kleid, ein Martiniglas in der Hand. Was für ein Style, was für eine schöne Nostalgie!“
Bulgari, Kreolen-Ohrclips, Türkise, Gold, ca. 1970
VKD Jewels

„Ich durfte die Künstlerin Rotraut Uecker vor ein paar Jahren selbst kennenlernen. Eine elegante und feinsinnige Dame, die mit Entschiedenheit ihren Weg gegangen ist und kompromisslos ihre Kunst gemacht hat. Auch wenn man die blaue Note als einen Wink an ihren verstorbenen Ehemann Yves Klein verstehen kann.“
Rotraut, Music Note, bemaltes Aluminium, 2021, ed. 3/3.
Galerie Stefan Vogdt

„Sarah Moon ist ein Kriegskind, sie arbeitete danach als Mannequin, entschied sich für die Welt der Schönheit. Auch ihre Fotografien zeigen unscharfe Formen von Schönheit. Vielleicht eine Folge der Schrecken von Flucht und Vertreibung und der Sehnsucht nach einem zauberischen Ort?“
Sarah Moon, Les Roses, carbon print, 1998
Galerie Commete

„Tomaten, Gurken, Zucchini – ich finde es ganz wunderbar, wie es dem Brücke-Künstler Karl Schmidt-Rottluff gelungen ist, die einfachen Genüsse auf eine ebenso einfache Art zu malen. Sujet und Technik harmonieren auf das Schönste.“
Karl Schmidt-Rottluff, Stillleben, Aquarell, 1938
Thole Rotermund Kunsthandel

„Was ich in dem Bild von Georg Karl Pfahler sehe? Einen Mund, den man mundtot machen möchte. Ob sich darin sein Schicksal als „Zufallskünstler“ spiegelt, der es anfangs schwer hatte und dann doch auf die Biennale in Venedig schaffte?“
Georg Karl Pfahler, O. T. , Gouache, 1962
Kunsthandel Sina Stockebrand
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5 Fragen an Mon Müllerschön

Art Consultant / Curator
I really love working with young artists. During the lockdown I was shocked to learn that so many young artists were not able to get financial help. I founded a WhatsApp-group called „Support The Artists“ and invited friends, clients, collectors to join. Once a week I am introducing a new artist and his/her work and it works! I am selling art and am able to support artists.
I took it a step further and launched „curatedartists.de“ with my co-curators Benedikt Müller and Alexander Winokurow, a website where we introduce our personal choice of artists.Right now we are working on a concept for a special art fair for upcoming artists, which is supposed to start in 2021. Stay tuned for more information! So exciting!
I am proud to be a member of the worldwide leadership program of the BMW Foundation Herbert Quandt in Munich. It promotes responsible leadership and inspires leaders worldwide to work towards a peaceful, just and sustainable future inspired by the Sustainable Development Goals of the United Nations 2030 Agenda.
I am always excited to see what Ira Stehmann brings to the fair and I have to say my expectations were fulfilled, the photographs of Miho Kajioka and Albarrán Cabrera are exquisite!
Since my archaeology studies I am big time into classical Greek and Roman antiquities. The famous Swiss dealer Jean-David Cahn brought a marvellous piece, the Greek marble „Head of an Idol“ (2600 BCE), which is of timeless beauty.
At Kunkel Fine Art I discovered this work by Robert Longo: „Study of Eagle Head“ (2016) in charcoal and ink on paper. Drawing is Longo’s primary medium. Over the past two decades, he has focused on charcoal, creating drawings that demonstrate an extraordinary level of technical virtuosity.

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5 Questions to Stefan F. Höglmeier

Real Estate Developer / Founder of Euroboden and BNKR
I created a new app: Melon – a digital platform which stemmed from my desire to make vegan food easily accessible to all, thus serving as a catalyst for a much needed nutrition turnaround.
The big strength of the HIGHLIGHTS is that it combines different art epochs. With this broad view, the HIGHLIGHTS shows that there is a sense of artistic quality and innovation that runs through all artistic and architectural epochs, and that unites architects and artists from the old days until today.
I like Hans Hartung and the way in which he combines different media in his art, preparing for instance his painting with photographic tools. The expressionism of Alexej von Jawlensky appeals to me for the radicalism in which he, and expressionism in general, offers a new way in which to engage with reality. Finally, Christopher Thomas’ photography “Flatiron” captures a lot of the unique spirit of this architectural icon.
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